„KARANTANIAS— MAINE COON“

Die sanften Riesen

 

Frühkastration von Katzen

 

Die Kastration ist die am häufigsten durchgeführte Operation überhaupt und für jeden Tierarzt reine Routine. Sie verlängert das Leben der Katze um die Hälfte und beugt hormonellen Erkrankungen vor. Trotz allem lassen leider viele Tierbesitzer ihre Katze gar nicht oder zu spät kastrieren. Die daraus resultierenden Folgen führen zu einer Tragödie, die ihresgleichen sucht und täglich Tausende von Tieren das Leben kostet. Sämtliche Tierheime und Tierschutzorganisationen sind bereits jetzt gänzlich überlastet.

 

Eine Katze erreicht ihre Geschlechtsreife heute mit durchschnittlich 5 Monaten ! Im Herbst geborene Kätzinnen sogar früher - mit 3 bis 5 Monaten. Dies sind gesicherte medizinische Fakten, nachzulesen z.B. im veterinärmedizinischen Standardwerk „Katzenkrankheiten“ der Professoren Kraft und Dürr.

 

Nachwuchs kann nur durch Kastration sicher vermieden werden. Nicht einmal diese Erkenntnis ist zu allen Tierbesitzern durchgedrungen. Noch weniger die Tatsache, dass die Gesundheit der Katze durch die Hormonbelastung während der Rolligkeit gefährdet ist. Infolgedessen macht es also Sinn, von vornherein zu verhindern, dass das Tier die Geschlechtsreife erlangt. Eine äußerst effektive und medizinisch vorteilhafte Methode ist die so genannte Frühkastration. Neu ist diese Methode bei weitem nicht, denn sie wird auch in Deutschland und bei uns seit Jahrzehnten an allem sogenannten „Nutztieren“ vorgenommen, und zwar ohne dass diese je in Frage gestellt worden wäre.

 

Was bedeutet eigentlich „Frühkastration ?“

 

Generell bedeutet Frühkastration nichts anderes, als dass die Katze vor Eintritt der Geschlechtsreife kastriert wird. Dies ist aus medizinischer Sicht sinnvoll und wird auch von allen aufgeklärten und verantwortungsbewussten Tierärzten so gehandhabt.

 

Dass die Kastration vor der Geschlechtsreife erfolgen sollte, steht inzwischen aus medizinischer Sicht längst außer Frage.

 

Wenn Kinder Kinder kriegen….

Man „nahm an“, dass man ja wohl nichts falsch machen könne, wenn die Katze ausgewachsen ist. Und woran ist dies festzustellen ? Nun, wenn die betreffende Katze selbst Kinder erzeugen kann, muss ihr eigener Körper ja bereits vollständig entwickelt sein, oder ? Weit gefehlt ! Die Entwicklung der Katze ist nämlich erst mit  12 bis 14 Monaten vollständig abgeschlossen.  Bis zu diesem Zeitpunkt kann sie aber bereits 3 Würfe zur Welt gebracht haben.

 

Das Risiko von Schwergeburten

Jede Schwangerschaft birgt das Risiko einer Schwergeburt, die für die Mutterkatze den Tod bedeuten kann.

 

Gefahren der späten Kastration

Die gängige Praxis bringt viele Nachteile mit sich. Zum einen ist es schwer vorhersagbar, wann eine Katze geschlechtsreif wird - besonders bei Tieren mit Freigang. Dieser Zeitpunkt wird zumeist verpasst, und die Katze ist dann entweder hormongesteuert entlaufen, trächtig oder dauerrollig ! Wird eine unkastrierte Katze zum Schutz vor Schwangerschaft ausschließlich in der Wohnung gehalten, wird sie dauerrollig und regelrecht „hormonell vergiftet“; hat sie Freigang, wird sie von einen oder bis mehreren Katern geschwängert, läuft Gefahr, sich durch den Nackenbiss des Katzers Katzenaids, Leukose oder einen andere Infektionskrankheit einzufangen.

Scheinträchtigkeit, Zysten, Myome, Gebärmuttervereiterung und Entartungen an der Gebärmutter sind einige dieser klassischen Krankheitsbilder unkastrierter Katzen mittleren Alters. Eine Gebärmutterentzündung führt zum Tode, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und operiert wird.

 

Vorteile der Frühkastration

 

Um den genannten Problemen vorzubeugen, sprich alles für eine Kastration vor der ersten Rolligkeit bzw. vor dem ersten Markieren. Prinzipiell kann man sagen, dass es günstig ist, seine Katze so früh wie möglich  kastrieren zu lassen, denn je jünger das Tier ist, desto besser verkraftet es die Operation.

 

Medizinische Gründe für eine Kastration vor dem 3. Lebensmonat:

 

1. Die Operation ist kürzer.

2. Die Operation ist einfacher, da die Keimdrüsen frei liegen und noch nicht von Fettgewebe  überlagert sind. Dadurch gibt es …

3. ….weniger Komplikationen

4. ….weniger Blutungen

5. Die Narkosezeit ist kürzer, und die Narkose wird viel besser vertragen.

6. Der Heilungsprozess verläuft wesentlich schneller.

7. Das Tier ist schneller wieder fit.

8. Das Risiko von Gebärmutterkrebs sowie anderen Krebsarten geht gegen Null, wenn die Katze nie einer Hormonbelastung ausgesetzt ist.

 

Tierschützerische Gründe für eine Kastration vor Abgabe des Tiere:

 

1. Keine rollig entlaufende Tiere.

2. Keine Verstöße gegen die vertraglichen Kastrationsvereinbarungen.

3. Keine ungewollten Schwangerschaften.

4. Keine markierten Ecken in der Wohnung.

5. Keine lästigen Kontrollanrufe bei den neuen Besitzern, ob die Kastration durchgeführt wurde.

6. Keine Überraschungswürfe, die aufgenommen werden müssen.

7. Keine Verwilderung ungewollter und ausgesetzter Katzen.

8. Reduktion der Ausbreitung von FIV, Leukose und FIP

 

Vorteile der Frühkastration für den Tierhalter:

 

All diejenigen, die von uns ein bereits kastriertes Tier erworben haben, sind sehr froh darüber. Die neue Katze zieht kastriert ein, man muss sich keine Gedanken mehr um die rechtzeitige Kastration seiner Katzen machen und das gewonnene Vertrauensverhältnis nicht gleich wieder zerstören.

 

Warum so früh ?

 

Die Antwort ist einfach: Weil dies das beste Alter für die Kastration  ist ! Und zwar sowohl aus medizinischer als auch aus tierschützerischer Sicht.

 

1. Aus medizinischer Sicht:

 

Statistische gesehen, nehmen die Komplikationen bei Tieren über der 12. Lebenswoche zu. Bei Tieren, die in die Geschlechtsreife kommen, kommt es aufgrund des bereits entwickelten Unterfettgewebes verstärkt zu Blutungen. Die Eierstöcke müssen erst gesucht und freigelegt werden; alles überflüssige Schritte die bei einem Kitten nicht nötig sind, da die Keimzellen noch frei liegen. Zudem ist die Narkose bei älteren Tieren länger und so für das Tier belastender.

 

Um es einmal krass auszudrücken, diejenigen die es für „Tierquälerei“ halten, weil es sich ja schließlich um ein „BABY“ handelt, verdrehen die Tatsachen. Das „BABY“ steckt die Kastration nämlich weg wie nichts.

 

2. Aus tierschützerischer Sicht:

 

Als Tierschützer ist es unsere vordringlichste Aufgabe, das Leben und die Gesundheit der Tiere zu schützen. 1/3 aller Katzen deren man sich in Tierheimen oder Tierschutzvereinen zu entledigen versucht, stammen aus einem ungewollten Wurf. Viele Tierhalter vergessen die Kastration schlichtweg.

 

Und dann noch diejenigen, die ihre Katze „auf jeden Fall“ kastrieren lassen wollen, aber ihre Einstellung ganz schnell ändern, wenn sich die Mieze zu einer oder einem schönen stattliche/n Katze oder Kater entwickelt. Dann möchte man auf einmal doch unbedingt Nachwuchs haben, denn das werden bestimmt bildschööööne Kinder. Bildschöne Kätzchen bekommen die Tierheime nahezu täglich eingeliefert.